Bildungspolitischer Parteitag 15.3.2003

 

Bildung als politische Aufgabe

Doris Schuchardt

 

 

 

Genossinnen und Genossen, meine Damen und Herren

 

Bildung ist ein Thema, mit dem die SPD sich nicht erst seit PISA beschäftigt. Schon in der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts gab es die Arbeiterbildungsvereine, über die ich in einem Lexikon von 1894 folgendes gefunden habe: „Die Vereine sind größtenteils aus dem Gemeinsinn der gebildeten Klassen hervorgegangen, doch fehlt es in Deutschland auch nicht an solchen, welche von der Bourgeoise unabhängig sein wollten und eine mehr oder weniger sozialdemokratische Färbung annahmen.“

 

Ich finde, etwas Kritik an denen, die eigentlich nicht zu den gebildeten Klassen zählten und nun trotzdem die Bildung für sich in Anspruch nahmen, schwingt hier schon mit, aber das focht die Sozialdemokratie nicht an. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts arbeitete sie in der Volkshochschulbewegung, in der zweiten Hälfte engagierte sie sich für Gesamt- und Ganztagsschulen und für das Bafög nicht nur für Schüler und Studenten, sondern auch als Meisterbafög.

 

Wenn wir Bildung heute wieder als großes Thema auf unsere Agenda geschrieben haben, dann tun wir das in dem Bewusstsein, dass eine sich ändernde Gesellschaft uns vor neue Herausforderungen stellt, auf die wir neue Antworten finden müssen. Und wir tun es mit der Bereitschaft, Ziele neu zu formulieren, oder auch:  neue Ziele zu formulieren.

 

 

 

 

 

 

Aber wir wollen es nicht alleine tun, sondern im Dialog mit allen denen auch außerhalb unserer Partei, denen Bildung genauso am Herzen liegt wie uns. Deswegen hat die nordrhein-westfälische SDP im November des vergangenen Jahres eine bildungspolitische Konferenz  in Düsseldorf abgehalten, von der alle, die aus Oberberg dort waren, begeistert berichten.

 

Diese Konferenz war als Auftakt zu einer ganzen Reihe weiterer Veranstaltungen gedacht. Unser heutiger offener bildungspolitischer Parteitag, zu dem wir auch viele, die nicht unserer Partei angehören, eingeladen haben, ist eine von den vielen Folgeveranstaltungen überall im Land, die es uns ermöglichen sollen, ein neues Konzept von Bildung und Erziehung gemeinsam zu entwickeln.

 

Auf der Auftaktveranstaltung im November gab deswegen auch nicht nur Reden von Harald Schartau, dem SPD-Landesvorsitzenden, und den für Bildung und Erziehung zuständigen Ministerinnen Hannelore Kraft und Ute Schäfer.      Ein Beitrag kam von Carl Tham, dem schwedischen Botschafter, der die Bildungspolitik seines Landes darstellte und zwei sehr bemerkenswerte Referate von Dr. Warnfried Dettling, einem freien Publizisten und von Prof. Klaus Kocks vom Institut für Kommunikationsmanagement der Fachhochschule Osnabrück.

 

Ich werde im Laufe meines Vortrages darauf Bezug nehmen, damit wir deren Gedanken in unsere Diskussion mit einbeziehen können.

 

 

Bildung findet einerseits innerhalb der Familie statt und andererseits an vielen Orten außerhalb der Familie. Die Institution, die  sozusagen von Staats wegen hauptsächlich dafür verantwortlich ist, ist die Schule. Wir wollen heute zwar keine Schuldiskussion führen, aber Schule ist das einzige verbindliche Instrument zur Vermittlung von Erziehung und Bildung, das wir zurzeit haben, anders als Kindergärten, Horte, Volkshochschulen oder sonstiges. Und am Wandel von Schule lässt sich deswegen auch der Wandel des Bildungsbegriffs bestimmen.

 

Was vermittelt Schule bisher? Wie konstant  sind die Unterrichtsinhalte? Halten sie starr an einem einmal gefassten Begriff von Bildung fest oder ändern sie sich mit der Gesellschaft?

 

 

Ich möchte das an zwei Menschen deutlich machen, die mir vor Augen stehen, wenn ich über Bildung nachdenke: Der eine ist der Vater einer Freundin, hoch in den Achtzigern, hat also Mitte bis Ende der dreißiger Jahre Abitur gemacht. Der andere ist mein Sohn, bei dem das Abitur jetzt ansteht.

 

Wenn ich mich mit dem Vater meiner Freundin unterhalte, bin ich immer wieder beeindruckt davon, wie überaus gebildet dieser Mensch ist.

 

Er hat Latein und Griechisch gelernt, er hat die großen Dichter gelesen und auch die großen Denker. Er kann ganze Gedichte auswendig aufsagen, seien sie nun von Rilke oder Morgenstern. Und er ist auch in sämtlichen Kunstepochen bewandert. Allerdings hat er in der Schule gelernt, dass das Atom das kleinste Teilchen der Materie ist. Und was er dort überhaupt nicht gelernt hat war z.B. das Wort Computer oder  wie man mit so einem Teil umgeht.

 

Schaue ich mir auf der anderen Seite meinen Sohn an, der jetzt im Abitur steht, sieht das Bild ganz anders aus: Er brauchte nicht mehr Latein zu lernen, von Griechisch ganz zu schweigen, dafür ist Informatik Schulfach. Er musste mal was von Goethe lesen, aber sein letztes Gedicht hat er im  Kindergarten gelernt und das hatte wahrscheinlich was mit Muttertag zu tun. Philosophie konnte er abwählen und der Kunstunterricht legte mehr Wert auf eigene Kreativität als auf das Studium der Kunstgeschichte. Wenn er aber aus seinem Mathe Leistungskurs erzählt oder aus dem Chemieunterricht, verstehe ich nur noch Bahnhof, und wenn mein Computer kaputt ist, repariert er ihn.

 

 

Das heißt: Der Inhalt unserer Bildungsanforderungen hat sich geändert, hat sich den Bedürfnissen der Gesellschaft angepasst.

Technologie und Naturwissenschaften haben Literatur und Philosophie an den Rand gedrängt. Ein Abiturient von 1935 käme, plötzlich in unserer Welt geworfen, nicht weit; ein Abiturient von heute, den man ins Jahr 1935 zurückversetzte, würde überhaupt nicht verstanden werden, gälte aber auf jeden Fall als ungebildet.

 

Aber nicht nur die Gewichte haben sich verschoben; es sind neue Bildungsinhalte dazu gekommen, die früher nicht einmal denkbar waren.

Nehmen wir z.B. die Verkehrserziehung: Im Kindergarten gibt es von speziell dafür ausgebildeten Polizeibeamten Veranstaltungen zu diesem Thema, in der Grundschule machen Kinder heute den Fahrradschein, am Gymnasium in Engelskirchen kann (oder konnte) man zumindest den Mofaschein machen. Letzteres zwar nicht im regulären Unterricht, sondern in einer AG, aber zu unserem Konzept von offener Ganztagsschule gehören AGs ja dazu.

 

Oder nehmen wir den Sexualkundeunterricht: Uns hat die Biologielehrerin an einem Vormittag die biologischen Unterschiede zwischen Männern und Frauen erklärt und was bei der Befruchtung passiert.

Meine Kinder haben ein 3-tägiges Seminar gemacht, in dem sie sämtliche Aspekte des Themas mit Experten unterschiedlichster Art, vom Pfarrer bis zu Vertretern der Schwulenszene diskutiert haben.

 

Wir verlangen darüber hinaus, dass Schule heute jedes gesellschaftlich relevante Thema aufgreift und es im Unterricht behandelt, sei es Rechtsradikalismus, sei es Gewalt, seien es Drogen oder vieles mehr. Jedem von uns fallen bestimmt noch ein paar Themen ein. Sie sind auch alle wichtig, und wenn das Elternhaus damit überfordert ist, muss  öffentliche Erziehungs- und Bildungsarbeit das leisten, damit alle Kinder und Jugendlichen die gleichen Chancen im Leben haben.

 

Und, machen wir uns die Gedanken des eingangs erwähnten Dr. Warnfried Dettling zueigen, wird in Zukunft noch einiges hinzukommen.

 

Dettling fordert, dass nicht nur Wissenskompetenz vermittelt wird, sondern auch Daseinskompetenz. Was meint er damit?

Schauen wir uns zunächst einmal an, wie Dettling die Lebensumstände in den vergangenen Generationen und die heutigen beurteilt:

 

Früher, so sagt er, lernte man in der Jugend einen Beruf, also einen Beruf, übte ihn dann ein Arbeitsleben lang aus und im Alter ruhte man sich aus.

Der ungeschriebene Arbeitsvertrag lautete: Ich gebe Dir, Unternehmer, mein Leben, bis dass die Rente uns scheidet. Dafür kriegte man die Zusicherung: Ich garantiere Dir einen Arbeitsplatz, bis Du in Rente gehst.

Stabile, standardisierte Verhältnisse also, für die auch die Vollbeschäftigung auf dem Arbeitsmarkt sorgte. Dettling nennt das die „normale Normalität“.

 

Für die heute jungen Menschen sieht er das Ende dieser Normalität gekommen. Ein gelingendes Arbeitsleben sieht er in Zukunft gekennzeichnet dadurch, das man in einem immer längeren Leben mehrere Tätigkeiten nacheinander oder auch mehrere Tätigkeiten zur gleichen Zeit ausübt.

 

Und der ungeschriebene Arbeitsvertrag lautet heute vielleicht so:

Ich bin bereit, für drei, für fünf Jahre mein Bestes zu geben, aber nur unter bestimmten Voraussetzungen, dass das Unternehmen mir Möglichkeiten schafft, mich weiter zu entwickeln, dass ich als Person ernst genommen werde und wachsen kann usw.

Und der Unternehmer muss dann mehr als in der Vergangenheit sagen:

Ich will Dein Wissen, ich will Deine Fähigkeiten und biete Dir dafür das und das an, nicht nur Geld, sondern auch eine neue Balance zwischen Arbeit und Leben, Möglichkeiten, Dich weiter zu entwickeln, nehme Rücksicht auf Deine Familie etc.

 

Oder sehen wir uns den privaten Bereich an:

In den Sechziger- Jahren waren 95% eines Altersjahrganges verheiratet und wiederum rund 95% dieser Ehepaare hatten Kinder.

Auch hier macht er Veränderungen aus: Und er meint damit nicht nur die, die nicht heiraten oder keine Kinder haben, sondern auch ganz normale „bürgerliche“ Familien. Hinter der äußeren Fassade können sich neue Lebensstile verbergen, die ein ständiges Aushandeln und Abstimmen nötig machen, zwischen den Partnern und mit den Kindern.

Man kann in traditionellen Lebensformen (wie der Ehe) neue Lebensstile leben und man kann in neuen Lebensformen (wie z.B. in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften) sehr traditionelle Lebensstile leben, wo der eine das Geld anschafft und der andere dafür sorgt, dass was zu Essen auf dem Tisch steht.

 

Um unter diesen veränderten Bedingungen bestehen zu können, braucht man das, was Dettling als Daseinskompetenz bezeichnet. Was also ist das?

 

Die meisten  Menschen, so sagt er, haben viel mehr Optionen (während andere ausgegrenzt bleiben).

 

 

- Als die wichtigste Kompetenz für junge Menschen erachtet er daher erstens die Fähigkeit, von der objektiven Vielfalt der Optionen einen für die eigene Persönlichkeit zuträglichen und sinnvollen Gebrauch zu machen. Aus der Fülle der Möglichkeiten für sich selbst den richtigen Gebrauch zu machen, hält er für eine Lebensentscheidende Kompetenz.

 

- Damit ist die Welt und die Wirklichkeit nicht nur bunter und vielfältiger, sondern auch abhängiger von Verhandlungen.  Und deswegen, so Dettling, brauchen junge Menschen heute zweitens mehr kommunikative Fähigkeiten, weil offene Situationen im Privatleben und im Arbeitsleben Fähigkeiten der Verhandlung und des sich Darstellens erfordern.

 

- Als dritte wichtige Fähigkeit, die über die Chance junger Menschen entscheidet, sieht er die Fähigkeit, seine Zeit sinnvoll einzuteilen, Ziele und Wege mit einander in Beziehung zu setzen, sein Leben zu organisieren, zum Schöpfer des eigenen Lebens zu werden.

 

- Die vierte Fähigkeit ist die, sich nicht unterkriegen zu lassen, weitermachen zu können nach Niederlagen. Siegen zu wollen und verlieren zu können, könnte das Motto lauten.

 

- Und eine fünfte Voraussetzung für ein gelingendes Leben ist das Vertrauen in die Selbstwirksamkeit des eigenen Handelns, das Vertrauen also, dass ich etwas leisten kann und durch Anstrengungen etwas erreiche, und zwar entweder alleine oder in der Kooperation mit anderen.

Der Erfolg jedes Bundesligavereins, jeder Partei und jeder Regierung hängt davon ab, dass eigensinnige Individuen ihre Ziele verfolgen, aber gleichzeitig mit anderen kooperieren, weil sie wissen, dass sie nur dann, wenn sie gemeinsam agieren, auch individuelle Ziele besser erreichen können.

 

Nur, so beklagt er: All diese Kompetenzen kann man heute in den Schulen fast nirgendwo lernen!

 

 

Dass diese so genannten Daseinskompetenzen als Basis für ein gelingendes Leben herhalten können, wird, so glaube ich, niemand in Abrede stellen. Unter günstigen Voraussetzungen werden sie in der Familie gelernt. Ich würde mich zwar nicht dazu versteigen zu behaupten, ein Baby schule seine kommunikativen Fähigkeiten wenn es schreit, erste Erfahrungen der Selbstwirksamkeit seines Handelns macht es aber durchaus, wenn daraufhin jemand kommt und sich kümmert.

 

Deutlicher wird es, wenn in der Familie Gebote und Verbote nicht kommentarlos ausgesprochen, sondern begründet und diskutiert werden können. Dann lernt ein Kind durchaus, seine kommunikativen Fähigkeiten und seine Fähigkeiten zu verhandeln zu schulen.

 

Nur können wir leider nicht davon ausgehen, dass diese günstigen Voraussetzungen immer und überall vorliegen. Deshalb ist es tatsächlich von enormer Bedeutung, sie in den Kanon dessen, was öffentliche Bildung vermitteln soll, aufzunehmen.

Allerdings gehe ich anders als Dr. Warnfried Dettling nicht davon aus, dass es viel Sinn macht, damit in der Schule anzufangen. Eindeutig ist hier der Kindergarten, und wo vorhanden, schon die Krippe gefordert.

Aufgabe der Schule kann es dann nur noch sein, dass, was bis zum Schulanfang „gebildet“ worden ist, weiter zu unterstützen statt es zu konterkarieren.

 

 

Wir haben heute Nachmittag ja einen workshop zum Thema Kindergarten und Karl Schultheis wird gleich auch noch über dieses Thema sprechen. Es ist uns deswegen so wichtig, weil wie der bereits erwähnte Prof. Kocks sagt, wir keine Nebenkulturen zulassen oder schaffen dürfen, in denen weder Sprache noch andere Kulturtechniken so beherrscht werden, dass es dem Menschenbild unserer Verfassung entspricht.

 

Da ich diese Ansicht teile, war ich etwas erstaunt, dass Friedhelm vor zwei Tagen gefragt wurde, wieso wir einen bildungspolitischen Parteitag machen, wo Oberberg doch genug ganz andere Sorgen habe. Ich halte diese Ansicht für sehr kurzsichtig und halte es da lieber mit Prof. Kocks, der sagt:

„Die Kohle der Zukunft liegt nicht im Pütt, sondern in den Köpfen.“

 

 

Ein wichtiger Satz, meine ich. Und ich habe auch keinen Zweifel, dass wir all dass, was wir uns vorgenommen haben, auch in die Köpfe herein bekommen, denn da ist Platz genug, aber schaffen wir das bis zum 16. Lebensjahr, also dem Ende der Schulpflicht? Oder bis zum Abitur?

 

 

Für das, was klassische Bildung ausmachte, haben wir da eigentlich gar keine Zeit mehr. Und: Brauchen wir sie eigentlich noch? Ist es denn wirklich wichtig, den Faust gelesen zu haben, mal abgesehen davon, dass da so viele schöne Zitate drin stehen?

 

Prof. Kocks vertritt da eine eindeutige Meinung: „Homepage ohne Homer“, so sagt er, „ist nicht nur Fachidiotentum, sondern Fachsklaventum.“ Und er begründet diese Aussage damit, dass ein schmalspuriges Bildungssystem seine Absolventen mit der „Proletarisierung künftiger Jahrzehnte“ bedrohe, da der technische Wandel sich auch durch die Globalisierung so stark beschleunige, dass man mit einem so genannten „guten Beruf“, wie er bisher üblich war, nicht mehr auskommt.

 

Und er kommt deswegen zu demselben Schluss wie auch Dr. Warnfried Dettling: Wenn nicht mehr ein Lebens begleitender Beruf ausgeübt werden kann, muss sich das Ausbildungs- und Bildungssystem einer größeren Aufgabe stellen, Es muss den Einzelnen befähigen, sein Leben auch dann zu gestalten, wenn die ökonomischen technischen und sozialen Bedingungen immer schneller wechseln. Da hilft, so sagt er, nicht mehr Ausbildung im engen Sinne des Wortes, sondern nur noch Bildung im weitesten Sinne.

 

Es müssen also nicht einzelne Berufsfertigkeiten vermittelt werden, sondern eine grundsätzliche Berufsfähigkeit, also die Fähigkeit zu vielen Berufen. Bildung muss dabei das Fundament sein, auf man heute dieses und morgen jenes macht.

 

 

Und dieser Prozess ist am Ende der Schulzeit oder der Ausbildungszeit natürlich nicht abgeschlossen. Lebenslanges Lernen , das ist es, was wir uns daher auf die Fahnen geschrieben haben. „Wir dürfen das Lernen gar nicht erst verlernen“ hat Harald Schartau dazu gesagt.

 

 

 

Unser Parteitag soll ein Beitrag dazu sein, unsere Bildungslandschaft neu zu gestalten. Die Ergebnisse der workshops heute Nachmittag werden in den Diskussionsprozess und den Leitantrag des Landesvorstandes für den Landesparteitag im Juni einfließen.

 

Eins liegt mir noch am Herzen: Ich möchte all denen ein bisschen Mut machen, die glauben, das würde alles sowieso nicht nützen, weil zurzeit kein Geld vorhanden ist. Letzteres ist zweifellos richtig. Wir gehen auch nicht davon aus, dass wir das, was wir uns heute ausdenken, morgen zwischen Frühstück und Mittagessen verwirklichen werden.

 

Aber nicht alles kostet Geld, sondern erfordert oft „nur“ ein Umdenken. Die Frage nach dem „warum“ eines bildungspolitischen Parteitages zum jetzigen Zeitpunkt dokumentiert die mangelnde Wichtigkeit, die das Thema vielerorts genießt. Wir Sozialdemokraten werden dafür sorgen, dass sich das ändert.

 

Und das, was Geld kostet, werden wir Schritt für Schritt tun müssen. Aber wenn die Gesellschaft in Bildung investiert, dann ist das nicht wie eine Urlaubsreise. Die kann wunderschön sein, aber anschließend ist das Geld weg. Es ist eher, als wenn man ein Haus baut, in dem man den Rest seines Lebens wohnen kann.

 

 Ich wünsche dem Parteitag bei seinen Beratungen eine glückliche Hand und möchte mit einem Zitat von Johannes Rau schließen, der gesagt hat: Bildung schielt und zielt nicht auf Reichtum. Aber sie ist ein guter Schutz vor Armut. Vielleicht sogar der wirksamste.